Dienstag, 17. Oktober 2017

Ösi Diamond Love // Katie G. Jewellery


Dass sich in mir ein kleiner Österreich-Liebhaber verbirgt, das dürfte man mittlerweile wohl mitbekommen haben. Ich liebe die Sprache, das Land, die Musik und den Humor...gerade wenn es um letzteren geht, könnte sich Deutschland gut und gerne mal eine große Scheibe Sarkasmus von den lieben Nachbarn abschneiden. Aber auch beauty- und fashiontechnisch fährt das scheinbar kleine Land gerade so richtig auf. Überall entdeckt man wahre Perlen, die ihren Ursprung in Wien, Graz oder dem österreichischen Umland haben. Als ich vor einiger Zeit über die wunderbaren Schmuckstücke von Katie Gruber gestoßen bin, war mir sofort klar: Dieser talentierten Dame muss ich dringend ein paar Fragen zum Thema Schmuck stellen! Ihre Stücke stechen mit ihren unregelmäßigen Formen sofort aus der Masse heraus und sind dank der tollen Kombination aus klassisch-puristisch immer tragbar. Doch lest am Besten selbst:


1. Liebe Katie, erzähle uns doch mal ein bisschen was zu Deinem Werdegang. Wie kommt man in der heutigen Zeit zu seiner eigenen Schmucklinie?

Ich wurde in England geboren und bin in Cornwall aufgewachsen. Meine Kindheit verbrachte ich mit großer Vorliebe in den rauen Städten umringt von unberührter Natur. Das hat mich bis heute geprägt. Noch als Kind bin ich dann mit meiner Familie nach Österreich gezogen, da mein Vater - selbst halb Österreicher - seinen Job gewechselt hat. Hier habe ich wiederum meine Liebe zu den Bergen entdeckt. Beides sehr wichtige Naturerlebnisse, die meinen Stil bis heute prägen. Ich habe mich immer schon gerne geschmückt. Meine Mutter erzählt immer wieder, wie ich gerne ihren gesamten Schmuck aufeinmal anprobiert habe und stolz durch die Wohnung gelaufen bin. Schmuck hat mich somit schon immer fasziniert. Nach der Schule wusste ich, dass ich mit den Händen arbeiten wollte Nach einem handwerklichen Orientierungsjahr habe ich dann den Schmuck für mich entdeckt. 

Meine technischen Fähigkeiten habe ich dann an der Goldschmiedeakademie erlernt. Hier lag der Fokus auf Präzision und Perfektion. Es war wichtig diese Fähigkeiten zu lernen, aber kreativ habe ich mich bald in eine andere Richtung entwickelt. Meinen Stil habe ich dann nach zwei Jahren an der Alchimia Scuola Di Gioielleria Contemporanea in Florenz gefunden, wo ich Experimental Jewellery & Design studiert habe. Seitdem sind es die Unregelmäßigkeiten und gerade die Imperfektionen, die mich am Schmuck faszinieren. Jedes Stück ist besonders, jedes Stück einzigartig. Ich habe dann erste Erfahrungen in der Branche gesammelt und habe u.a. für einen großen Juwelier in Wien gearbeitet, während ich gleichzeitig immer wieder an meinem eigenen Schmuck gearbeitet habe. Die Resonanz auf meine Stücke war von Anfang an positiv, was mich letztendlich dazu motiviert hat meinn eigenes Label Katie G. Jewellery zu gründen. Relativ bald nach Gründung meines Labels hat mir ein anderer Wiener Juwelier angeboten, für ihn als Designerin zu arbeiten. So verlockend das Angebot war, bin ich heute glücklich darüber, dass ich mich dagegen entschieden habe. Seit drei Jahren arbeitet nun auch mein Mann mit mir zusammen. Er übernimmt die administrative und wirtschaftliche Arbeit, damit ich mich, so gut es geht, mehr auf Kunden und das Kreative konzentrieren kann. Eine Entscheidung, die wir beide nie bereut haben.


2. Über Deine sagst Du, dass sie das Unperfekte zelebrieren. Wie äußerst sich das in den Designs?

Ich liebe unregelmäßige Formen, Ecken und Kanten und auch kleine Fehlern im Material. So wie eine Klippe an der rauen See oder ein steiniger Berg - das Wetter und das Leben allgemein hinterlässt seine Spuren und formt alles zu einem einzigartigen Etwas. Ich finde diese natürliche Schönheit viel attraktiver als eine perfekte Form, die jegliche Natürlichkeit und Individualität verloren hat. So lasse ich manchmal auch gerne kleine Materialfehler wie sie sind, weil manchmal gerade die das Schönste an dem Stück sind. Außerdem arbeite ich gerne mit Patinierungen. Meine Silberstücke gibt es neben polierten Oberflächen auch in schwarz oxidierten oder matt-weißen Patinierungen. Dieser verändern sich dann mit der Zeit je nach Tragstil anders. So reflektiert dann jedes Stück dann auch den Träger in seiner Patinierung wider.


3. Trägst Du Deinen eigenen Schmuck auch persönlich oder mixt Du gerne mit anderen Labels?

Ich zrage täglich circa 15 Ringe, 4 Armreifen, 3 Ketten und meine Ohren sind auch voll! Also ja, ich trage gerne meinen eigenen Schmuck und davon nicht wenig. Sonst trage ich auch sehr gerne Stücke von meiner Kollegin Katharina Schmid, mit der wir uns das Atelier teilen. Wir kennen einander schon seit über zehn Jahren und arbeiten seit einiger Zeit miteinander. Ich liebe ihre puristischen, reduzierten Formen, die meinen Schmuck sehr schön ergänzen. Ansonsten kaufe ich sehr ausgewählt Schmuck. Vor allem im Urlaub, wenn ich ein schönes Stück in einem kleinen Atelier sehe, das mir gut gefällt, dann kaufe ich Schmuck gerne direkt von den Designern.


4. Apropos, hast Du als Kenner der Szene noch tolle Nischentipps für uns auf Lager?

Ich bin da natürlich etwas voreingenommen, aber mein Tipp wäre allgemein lieber in wenige, dafür aber qualitativ hochwertige Stücke zu investieren. Modeschmuck, der in Massen in einer Fabrik in Fernost produziert wird, ist vom Design und der Haltbarkeit sehr kurzlebig. Echter Schmuck hingegen verleiht der Trägerin ein ganz anderes Gefühl und bleibt oft für Generationen erhalten. Ich mag kleine Ateliers nicht nur wegen der einzigartigen Designs und weil man die Designer oft persönlich kennenlernen kann, sondern auch weil man mit gutem Gewissen kauft. Neben der lokalen Produktion verwenden wir dort, wo es möglich ist zum Beispiel recyceltes Gold, wodurch Mensch und Umwelt nicht belastet werden. Allgemein gilt aber, was gefällt ist erlaubt. Schmuck ist ein Ausdruck der Individualität und ich finde, man sollte sich da nicht zu sehr von Trends leiten lassen. Der Schmuck muss auch nicht teuer sein. Das Wichtigste ist, dass er den eigenen Stil komplettiert und zu einem passt. Hier hilft gute Beratung.

5. Die Mode- und Schmuckbranche ist sehr schnelllebig und ein hartes Pflaster. Was wünschst Du Dir in Zukunft für Katie G. Jewellery , wo soll die Reise hingehen und welche Projekte planst Du?

Das stimmt! Wir haben für uns eine klare Vision. Wir möchten auf jeden Fall weiterhin unseren Schmuck händisch und lokal produzieren. Eine Massenproduktion in Fernost kommt für uns nicht in Frage. Die höchste Priorität ist eine gute Qualität, alles andere kommt danach. Wir möchten als Atelier zwar wachsen und eventuell den ein oder anderen internationalen Standort dazu gewinnen, aber lieber klein und fein. Neben unserer Kollektion, die wir stetig weiterentwickeln, möchten wir wie gehabt sehr persönliche Maßanfertigungen, Eheringe und sonstige besondere Projekte für unsere Kunden erstellen, da wir das einfach sehr gerne machen.
6. Und last but not least - welches ist Dein allerliebstes Schmuckstück?

Das ist eindeutig mein Verlobungsring inklusive meinem sogenannten Ring Casing. Dieses Stück bedeutet mir sehr viel. Ein einzigartiges Design, das mittlerweile auch viele meiner Kunden zu schätzen wissen. Zu unserer Verlobung habe ich einen Ring von meinem Mann bekommen, der ursprünglich seiner Großmutter gehört hat, die ich leider nie kennengelernt habe. Sie hat ihm den Ring gegeben, um seiner zukünftigen Frau damit einen Antrag zu machen. Da der Ring in einem sehr klassischen Stil gehalten war, hat mir mein angeboten den Stein herauszunehmen, um damit ein neues Stück nach meinen Vorstellungen zu kreieren. Ich dachte mir gleich, dass das sehr schade wäre, da das Stück mit sehr vielen Emotionen und Erinnerungen behaftet ist und einen sehr hohen sentimentalen Wert hat. Nach etwas Überlegung und einigen Experimenten kam ich dann auf die Idee des Ring Casings. Eine Art Ringhülle, die den Ring schützt und ihm gleichzeitig ein komplett neues Aussehen verleiht. Dieses Design haben wir mittlerweile rechtlich in Europa und den USA geschützt und bieten es in sehr kleiner Stückzahl, vor allem für alte Familienerbstücke an.


Tausend Dank liebe Katie für diesen spannenden Einblick in Deine tolle Arbeit! Und wer Katie gerne mal während eines Wienbesuchs in ihrem Atelier besuchen möchte, für den gibt es hier die Adresse:

Katie G. Jewellery
Lindengasse 5
1070 Wien

Samstag, 30. September 2017

Klotz Labs // Die Handpflege für alle Handcremegegner


Im Grunde gibt es nur zwei Sorten von Frauen: Die, die zu jeder Gelegenheit eine fancy duftende Tube aus ihrer perfekt sortierten Handtasche ziehen und die, die jene Cremetextur im Tagesgeschäft verabscheuen. Meine Schwester zum Beispiel rollt jedes Mal genervt mit den Augen, wenn ich ihr mal wieder meine 5€-Lieblingsvariante von &other Stories andrehen will - zu fettig, zu schmierig, zu unpraktisch. Kurz gesagt: Sie steht einfach nicht drauf (was nichts mit der Marke zu tun hat). Dass ich ein wenig pedantisch veranlagt bin, was im Allgemeinen die Handpflege betrifft, das dürfte treuen Lesern wohl nicht entgangen sein. Die schönste Maniküre nützt mal gar nichts, wenn die Nagelhaut eingerissen und trocken in alle Himmelsrichtungen absteht und sowieso finde ich den Gedanken ganz furchtbar, dass man täglich mit diesem Trockenheitsgefühl durch die Welt laufen kann. Was ich aber verstehen kann, ist die zu-fettig-These. Schließlich wollen wir alle möglichst zügig wieder Zugriff zu Smartphone, Laptop und Konsorten und das ohne hässliche Schlieren auf den empfindlichen Geräten zu hinterlassen. Die Lösung wohnt schon beinahe zwei Jahre auf meinem Schreibtisch und ich war etwas schockiert, dass dieses wunderbare Produkt hier noch keinen Platz gefunden hat. Der Hand Grader* von Klotz Labs ist ungefähr die genialste Erfindung seit Sheetmasken. Klar, gelig und geruchslos. Perfekt also für alle Endgegner der klassischen Handcreme und definitiv einen Versuch wert. Ich habe mittlerweile das dritte Fläschen in Gebrauch und muss ihn regelmäßig mit meinem weiblichen Umfeld teilen. Eigentlich als Serum gegen Altersflecken konzipiert, pflegt die darin enthaltene Hyaluronsäure trockene Hände schön geschmeidig und polstert sie richtig auf - übrigens verwende ich den Grader auch immer, wenn ich meine #whatsonmynails-Bilder für Instagram aufnehme! Keine Einwirkzeit und der Effekt ist grandios. 
Alle Faulis dürfen sich ab heute eine neue Ausrede suchen.

Freitag, 29. September 2017

Cozy Time // Beauty for the darker days


Anfang letzter Woche habe ich Euch in den Instagram Stories die Neuzugänge auf meinem Schreibtisch vorgestellt. Das kam so gut an, dass ich es in Zukunft wohl beibehalten und regelmäßig machen werde. Gerade im Herbst und Winter treffen die Kollektionen meinen Geschmack meist mit dem Nagel auf den Kopf. Während andere Menschen Mitte August noch völlig motiviert mit Caprieis am Baggersee abbrutzeln, überlege ich mir bereits, wo ich den ersten Butternut-Kürbis herbekommen könnte. Übermorgen ist endlich Oktober und meine Vorliebe für dunkle Farben, gemütliche Abende und deftige Suppen trifft wenigstens zu einem Bruchteil auf Verständnis. 

Gerade werden so viele schöne Produkte lanciert, dass man schnell den Überblick verlieren kann. Deswegen zeige ich Euch heute fünf, auf die ich mich besonders freue! Vor zwei Wochen war ich mit Estée Lauder in Hamburg, wo unter anderem das neue Double Wear Nude Water Fresh Makeup* vorgestellt wurde. Die klassische Double Wear Foundation überzeugt Millionen Frauen mit einer super Deckkraft und Haltbarkeit, ist mir aber einen Ticken zu viel des Guten. Deswegen freue ich mich umso mehr, dass es nun endlich eine leichtere Variante des Klassikers geben wird! Meine Nuance ist übrigens die 2N1 Desert Beige* (haben die meisten europäischen Frauen), die am Counter mit einem speziellen Messgerät ermittelt wird. Vielleicht gelingt der Auftrag mit dem Beautyblender *so herrlich, wie die Szene behauptet? Ich habe das Wundertool nämlich noch nicht getestet und werde mich die Woche mal daran probieren. Und es gibt weitere News aus dem amerikanischen Haus zu vermelden: Victoria Beckham lanciert ihre zweite Kollektion, dazu bald mehr. Ganz wunderbar finde ich die klassisch gehaltene Lidschattenpalette, die den vielleicht schönsten Bordeauxton der Saison zu bieten hat. Außerdem ist ein riesiges Paket von by Terry angekommen, das die komplette Expert Collection beinhaltet. Acht Kompaktpuder*, die das Gesicht ebnen, bräunen und konturieren sollen. Ich liebe ja bräunliche Nuancen und habe in Beige Nude wohl schon einen herbstlichen Liebling gefunden. Den Stylo-Expert Click Stick gibt es bereits für die Lippen, jetzt folgt eine Concealer-Variante* in 12 Nunancen. Die cremige Textur ist extrem hoch pigmentiert, radiert Augenschatten aus und hebt, je nach Farbe, die Konturen hervor. Ich will mich mal an ein Lippenstiftexperiment wagen, denn die Brauntöne schreien ganz laut nach mir! Detailliertere Reviews folgen.


Dienstag, 26. September 2017

Catchy Songs of the Month // September

Wer hier schon ein paar Jahre mitliest, wird sich vielleicht an meine Catchy Songs of the Month-Kategorie erinnern. Warum ich die irgendwann nicht mehr gefüttert habe, weiß ich eigentlich gar nicht so genau. Ok, ich hatte plötzlich nicht mehr die studentische Freizeit, die ich gut und gerne zu Zweidritteln auf Musikblogs und in szenigen Foren verbracht habe (yes, Nerdalarm). Wie auch immer, Musik ist und bleibt ein riesiger Faktor in meinem Leben und begleitet mich jetzt vor allem auf diversen Roadtrips und beim wohlverdienten Feierabendbier. Vielleicht sollte man diesen Post als back to the roots verstehen, denn künftig will ich Euch gerne wieder vermehrt an tanzbaren und hitverdächtigen Tracks teilhaben lassen. Also tada, hier kommen meine aktuellen Begleiter, die an der ein oder anderen Stelle schon mal den Herbst einläuten und meine Ösi-Liebe zelebrieren:











Samstag, 23. September 2017

Dear Autumn // In The Beautybag


Finally September! Im Saarland werden wir gerade mit den schönsten goldenen Herbsttagen verwöhnt und meine Vorfreude auf die gemütliche Jahreszeit ist kaum zu bremsen. Höchste Zeit also, auch meine Beautyroutine ein wenig anzupassen und vor allem die Haut auf Kälte und Wind vorzubereiten. Im Sommer liebe ich einen großzügigen Glow, gegen Herbst darf es dann auch gerne mal wieder subtiler und etwas matter zugehen. Feuchtigkeit bleibt aber das Nonplusultra - der Aesop Parsley Seed Anti-Oxidant Hydrator* tränkt durstige Haut den ganzen Tag über, ohne einen fettigen Film zu hinterlassen und eignet sich perfekt als Base für Foundations. Aktuell greife ich immer noch zu meinen geliebten BB-Creams (siehe diesen Artikel), zu bordeauxrotem Lippenstift trage ich dann aber gerne etwas mehr Deckkraft. Wiederentdeckt habe ich das herrliche Translucent Powder von Manasi Makeup, das sich ganz soft über die Haut legt und keine weißen Flecken hinterlässt oder den Look nach Stunden cakey macht.


In Sachen dekorativer Kosmetik lebe ich aktuell auf Sparflamme, die große Mallust ist noch nicht vollständig zurück (die verlässt mich jenseits der 25°C nämlich ganz schnell). Creamblush und Lipstick von Kjaer Weis, jeweils in zurückhaltenden und edlen Rosétönen, sind aber immer eine gute Wahl und lassen den schon wieder blasser werdenden Teint herrlich frisch wirken. An besonders fahlen Tagen trage ich unter der Foundation immer eine Fingerspitze des einst so gehypten Clarins Instant Smooth Self Tanning Primers auf, der verleiht im Handumdrehen etwas mehr Vitalität und lässt sich am Abend ganz easy wieder abwaschen - die orange Unfallgefahr ist also gebannt. Und was wäre der Herbst ohne den passenden Duft? Meine olfaktorische Leidenschaft wird statt weniger immer mehr und momentan gewinnen alte Lieblinge wieder mein Herz für sich. Gypsy Water von Byredo erinnert mich an einen wunderbaren Spätsommer 2014 in Berlin. Dort habe ich eine meiner liebsten Freundinnen kennengelernt (@mamselleetoile) und werde durch dieses Parfum immerhin dufttechnisch an diese tolle Zeit erinnert. Warm, ein Touch unisex, gepaart mit einer holzigen Prise. Liebe.